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Eine Testfahrt sagt mehr als tausend Worte

Emodrom: Auf der Strecke wird E-Mobilität erfahrbar / Motodrom soll Modellstandort für einen Ansatz sein, der Produkt und Kunde zusammenbringt

Die Zielsetzung der Emodrom Group lässt sich in einem Satz zusammenfassen: E-Mobilität erfahrbar machen. Es ist nun einmal ein gewaltiger Unterschied, ob der Verstand zum Kauf eines Fahrzeugs mit Elektroantrieb rät und damit der Umwelt unter die Arme greifen will, oder ob der Körper spürt, wie es sich anfühlt, von einem Antrieb, der ohne Getriebe auskommt, der die Kraft ohne Umweg auf die Straße bringt, in den Sitz gedrückt zu werden.

Wie dieser Ansatz in der Praxis funktioniert, davon machten sich drei Abgeordnete der Grünen ein Bild. Thomas Hentschel, der Sprecher für E-Mobilität des baden-württembergischen Landtagsfraktion, der hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Danyal Bayaz und der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises, Manfred Kern, waren nicht nur von ihren Runden mit dem Kart, im BMW i8 oder im Porsche Panamera, allesamt elektrisch angetrieben, begeistert, sondern auch von der Idee, für die Emodrom-Manager Thomas Reister steht.

„Wir wollen die Leute mitnehmen, sie zum Produkt bringen“, ist er überzeugt, dass die, im wahrsten Sinne des Wortes, Erfahrung überzeugender ist als jeder noch so dezidierte Sachvortrag. Für diesen Gedanken soll Hockenheim zum Leuchtturm werden. Der Hockenheimring mit seiner Tradition, Baden-Württemberg als Land der Autobauer: „Wer, wenn nicht wir, soll Standort für E-Mobilität werden“, stellte Thomas Reister fest und verwies auf das große Gelände des Rings, das für den Bereich E-Mobilität jede Menge Entwicklungspotenzial bereithält.

Thomas Reister (v. l.), Thomas Hentschel, Dr. Danyal Bayaz, Manfred Kern und Alexander Nieland auf der Südtribüne. Hinter Kern ist die wenig frequentierte Innentribüne (Einfahrt Motodrom) zu erkennen, die zum Teil dem Porsche Experience Center weichen soll. © Dorothea Lenhardt

Motodrom soll Leuchtturm sein

Die erste Manifestation dieses Gedankens soll das Porsche Experience Center werden, das Emodrom für rund 35 Millionen Euro baut und für 20 Jahre an Porsche verpachtet. Direkt nach dem Formel-1-Rennen beginnen die Bauarbeiten, 18 Monate später wird der Stuttgarter Autobauer im Center sein erstes E-Fahrzeug vorstellen und den Kunden, die es auf der Strecke ausgiebig testen können, näherbringen. Alle anderen Autobauer, so Reister, sind eingeladen, dem Beispiel der Zuffenhausener zu folgen, E-Fahrzeuge erfahrbar zu machen.

In die gleiche Kerbe wie Reister schlug Alexander Nieland von der e4-Qualification-Gesellschaft, der zusammen mit Reister das Testival aus der Taufe hob – eine Messe für E- Mobilität. Für was eine solche Messe, wolle Hentschel wissen, immerhin gebe es schon genügend Podien für E-Fahrzeuge. Weil, so Nieland, die IAA tot sei, in Hockenheim ein neuer Ansatz umgesetzt werde. Niemand gehe mehr zwei Tage auf eine Messe und wandere von Stand zu Stand, mit immer mehr Prospekten beladen. Im Motodrom liege am 27. und 28. Oktober der Schwerpunkt des e4-Testival auf dem Wort „Testen“. Jeder Besucher könne das ihn interessierende E-Fahrzeuge, die Palette reicht vom E-Bike über Pkw bis hin zu Transportern, auf der Strecke erleben. E-Mobilität werde erfahrbar, spreche die Besucher emotional an und mache sie zu glücklichen Kunden.

Der Preis, die geringe Reichweite oder die mangelnde Leistung, dies alles seien Argumente, die gegen E- Fahrzeuge vorgebracht würden, die sich jedoch auf der Teststrecke ruck- zuck auflösen würden, betont Nieland. An die Politiker hatte er die Bitte, für die Messe zu werben, um vielleicht einen prominenten Namen aus dem Land oder vom Bund als Schirmherrn gewinnen zu können.

Wobei ihm das von der Idee überzeugte Trio Unterstützung zusicherte. Zwar wollte sich Hentschel nicht festlegen lassen, was letztlich besser sei, Batterie oder Brennstoffzelle, und wollte Bayaz den Begriff der Mo- bilität neu denken, doch sahen sie unterm Dach der Emodrom Raum, neue Konzepte zu deklinieren. Nicht nur die Autobauer, auch die Wissenschaft oder Start-ups, sie alle müssen eingebunden werden, der Gedanke der E-Mobilität müsse als Ökosystem breit diskutiert werden. Für Reister kein Problem. Jeder, der seinen Beitrag leisten will, ist eingeladen. Manfred Kern sicherte zu, als hiesiger Abgeordneter die Fäden nach Stuttgart zu knüpfen, den weißen Flecken Nordbaden auf der Stuttgarter Landkarte mit Leben zu füllen.

Quelle: Hockenheimer Tageszeitung / Andreas Wühler  05.04.2018

Bilder: Dorothea Lenhardt

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